Die Magnetresonanztomographie (MRT, MR, MRI oder Kernspintomographie) wird in unserem Institut mit einem modernen 1,5 Tesla Hochfeld-Kernspintomographen „Avanto“ der Firma Siemens durchgeführt. Für die exzellente Bildqualität sorgen nicht nur die ständig aktualisierte und dem neusten Stand der Technik entsprechende Ausstattung, sondern auch die ausgiebigen und an den schwersten klinischen Fragestellungen ausgereiften und ständig modernisierten Untersuchungsprotokollen. Jeder bei uns untersuchter Patient wird nach strengsten Standarden einer der modernsten Universitätsklinik untersucht. Dadurch erklärt sich die relativ hohe Untersuchungsdauer von ca. 30, manchmal bis 60 Minuten (abhängig von der jeweiligen Fragestellung).
Die kernspintomographische Untersuchungstechnik basiert an der Wechselwirkung eines starken Magnetfeldes mit Wasserstoff-Atomen, wodurch sich eine unübertroffene Abbildungsqualität der weichen, wasserreichen Geweben des menschlichen Körpers, der für ca. 70-80% auch den Wassermolekülen besteht. Besondere Vorteile bietet die Kernspintomographie bei Untersuchung des Gehirns, des Rückenmarkes, des Bandapparates von verschiedenen Gelenken, aber auch der inneren Organe, wie Leber, Milz, Nieren, Herz, und andere. Um die unterschiedlichen Gewebearten voneinander besser trennen zu können, wird bei vielen Untersuchungen eine zusätzliche Gabe vom Kontrastmittel nötig. Dieses, im MRT verwendetes Kontrastmittel (anders als Röntgenkontrastmittel) besitzt keine schädliche Wirkung auf die Nierenfunktion. Eine Gabe dieses Kontrastmittels ist allerdings bei einer hochgradig eingeschränkten Nierenfunktion nicht zugelassen. Deswegen sollte vor jeder Kontrastmittelgabe die Nierenfunktion im Labor überprüft werden. Hier finden Sie weitere Informationen zur Anmeldung und Vorbereitung zum MRT.
Durch die technischen Besonderheiten und Grundprinzipien der Kernspintomographie verspürt der Patient während der Untersuchung Vibrationen und hört zeitweise relativ laute Geräusche. Diese stellen jedoch kein Risiko für den Untersuchenden dar. Da die Untersuchung ohne Röntgenstrahlen oder anderen ionisierenden Strahlen verläuft, besteht für den Patienten keine Strahlenexposition, so dass sogar Schwangere und kleine Kinder untersucht werden dürfen. Eine Untersuchung von Patienten mit implantierten elektronischen Geräten und einigen anderen metallhaltigen Implantaten, sowie anderen metallischen Fremdkörper ist möglicherweise nicht möglich. Hier können Sie noch ausführlicher über die Kernspintomographie erfahren.
Eingang und Wartezone
Untersuchungsraum
Hauptkonsole
Vorbereitungsraumraum
Das MRT-Gerät
Befundungsarbeitsplatz
Anwendungsbeispiele der MRT:
Gehirn
Eine der Hauptanwendungen der Magnetresonanztomographie ist die Untersuchung des Hirngewebes. Verglichen mit der Computertomographie können in wesentlich verbesserter Auflösung und mit deutlich besserem Gewebekontrast entzündliche, degenerative, angeborene und tumoröse Prozesse erkannt werden. Auch die Darstellung der Hirngefäße und der vaskulären Erkrankungen ist problemlos möglich. Hier spielen eine wichtige Rolle solche Techniken, wie Diffusionsbildgebung, native und kontrastverstärkte MR-Angiograpie, funktionelle Bildgebung und molekularspezifische Bildgebung, sowie die höchstauflösende Untersuchungstrechniken mit einer schichtdicke von 0,4 mm.
Weitere Anwendungsbeispiele finden Sie im Abschnitt Neuroradiologie
Zerebrales Lymphom
Darstellung eines zerebralen malignen Lymphoms (nach Kontrastmittelgabe). Therapie der zerebralen Tumore - eine der Schwerpunkte unserer Klinik.
MR-Perfusionsuntersucung des Gehirns
Perfusionsuntersuchung des Gehirns erlaubt zusätzliche detaillierte Informationen über den Tumor zu erhalten.
Neurosarkoidose
Bild nach Kontrastmittelgabe. Multiple granulomatöse und flächige Kontrastmittel-Anreicherungen entlang der Hirnhäute an der Schädelbasis im Rahmen des ausgedehnten entzündlichen Prozesses
AVM
Große angeborenbe Gefäßanomalie - Arterio-Venböse Malformation (AVM) mit erhöhter Blutungsgefahr. Eine der möglichen Behandlungs-optionen ist die interventionellradiologische intravaskuläre Therapie (Embolisation).
Gesicht
Die Untersuchungen im Gesichtsbereich stellen eine schwierige Herausforderung für die medizinische Dianostik dar. Hier spielt die Kernspinntomographie eine der führenden Rollen. Besondere Schwerpunkte der MRT-Diagnostik sind die Untersuchungen der Augenhöhlen, der Kieferköpchen, des Mundbodens, der Speicheldrüsen und der Gesichtshöhlen. Hie findn Sie einige Anwendungsbeispiele:
Kiefergelenk
Mit den Pfeile wird ein luxierter (verrutschter) Gelenkdisk, was zu Kiefergelenkschmerzen und sekundären degenerativen Veränderungen des Kieferköpfchens geführt hat gezeigt.
Pseudotumor orbitae
Entzündliche Veränderungen mit Schwellung des retrobulbären (hinter dem Augapfel) orbitalen Fettgewebes links. Kontrastverstärkte Aufnahme.
Neuritis Nervus und Tractus opticus
Seltener Fall einer gleichzeitigen Neuritis des rechten Sehnerves (unten) und der linken intrazerebralen Sehbahn (oben)
Avanto
Wirbelsäule
Bei der Wirbelsäulendiagnostik richtet sich das Hauptaugenmerk auf die Bandscheiben, welche ebenfalls wesentlich besser als in der Computertomographie dargestellt werden können. Insbesondere die Möglichkeit der Längsdarstellung der Wirbelsäule ist hier von Vorteil. Auch die Ausdehnung von entzündlichen Prozessen (z.B. Spondylodiszitis) ist gut beurteilbar und hilft dem Neurochirurgen, über das weitere therapeutische Vorgehen zu entscheiden.
Durale AV-Fistel
Pathologische geschlängelte Gefäße (links) und Myelonödem (rechts) bei einer duralen AV-Fistel. Später wurde die Fistel interventionellradiologisch verchlossen.
Bandscheibenvorfall
Sequestrierter Bandscheibenvorfall mit einem ca. 1 cm großen Fragment im Spinalkanal. Starke Schmerzen durch die Wurzelkompression. Anschließend erfolgreiche Operation.
Spondylodiszitis
Links auf dem Bild Beispiel einer ausgedehnten entzündlichen eitrigen Destruktion der Bandscheibe und der benachbarten Wirbelkörper. Rechts - Kontrolle nach Anlage einer Drainage unter CT-Führung. Zuletzt komplette Heilung.
Dens-Destruktion mit Pannus
Im Rahmen der rheumatoiden Arthritis entzündliche Destruktion eines Teils des 2. Halswirbelkörper mit großem entzündlichem Gewebekonglomerat. Myelonkompression.
Abdomen
Die Bauchorgane, besonders die Leber lassen sich in der MRT sehr gut darstellen. Von besonderem diagnostischen Vorteil ist die Möglichkeit, dynamische Kontrastmittelphasen untersuchen zu können. Hierduch ist die weitergehende Differenzierung ähnlich aussehender Strukturen im Vergleich zur CT möglich. Bei Patienten mit Nieren und Bauchspeicheldrüsentransplantaten lässt sich über dynamische Messungen eine Aussage zur Organdurchblutung treffen. Auch Entzündungen der Transplantatorgane können mit dieser Technik schnell erkannt werden. Eine Besonderheit stellt die MR-Sellinck Untersuchung dar. Es wird wie bei der konventionellen Sellinck Untersuchung (siehe unter Durchleuchtung) unter Röntgendurchleuchtung die Darmsonde gelegt. Die Füllung des Dünndarmes erfolgt im Kernspingerät. Durch diese Technik kann ein erheblicher Teil an Röntgenstrahlung vermieden werden.
Leber-Leiomyosarkom
Ein seltener maligner Tumor der Leber. Der exzelente Weichteilkontrast der MRT erlaubt eine exakte Beurteilung der Tumorbinnenstruktur und seiner Ausdehnung.
Analabszess
Kontrastverstärktes Bild Zeigt einen Abszess im Beckenboden hinter dem Rektum. Eine chirurgische Sanierung war in diesem Fall notwendig.
Sellink
Sellink
MR-Mammographie
Die Untersuchung der weiblichen Brust mithilfe der Magnetresonanztomographie stellt in einigen Fällen, bei der die konventionelle Mammographie keine eindeutige Diagnose liefert, eine wichtige Zusatzuntersuchung dar. Die Patientin wird hierzu in Bauchlage auf den MR-Tisch gelegt, so daß die Brüste in einer speziellen Spule aufgenommen werden. Eine Kompression ist hier, entgegen der konventionellen Mammographie, nicht notwendig. Es wird Kontrastmittel in eine Armvene gespritzt und eine dynamische Untersuchung zu verschiedenen Kontrastmittelphasen durchgeführt. Bei der Auswertung gibt das zeitliche Verhalten der Kontrastmittelaufnahme zusätzliche Hinweise, die eine Unterscheidung zwischen gut- und bösartigen Veränderungen in vielen Fällen ermöglichen. Ein Ersatz der konventionellen Mammographie ist durch die MR-Mammographie nicht möglich, da insbesondere Mikrokalk nicht dargestellt werden kann.
Mammographie
MR-Angiographie (MRA)
In nahezu allen Abschnitten des Körpers lassen sich sowohl ohne als auch mit Kontrastmittelunterstützung die Gefäße (Arterien und Venen) darstellen. Im Kopf dient die Untersuchung vor allem der Erkennung von Gefäßaussackungen (Aneurysmen), im Bauch wird die MRA z.B. zur Diagnose von Einengungen der Nierenarterien (kann eine Ursache von Bluthochdruck sein) eingesetzt. Bei geplanten Aufbauoperationen von Kieferknochendefekten mit Teilen des Wadenbeines lässt sich die Gefäßversorgung der Beine darstellen.
MR Angiographie
funktionelle MR (fMRT)
Die funktionelle MRT dient der bildlichen Darstellung von Hirnfunktionen und zur Identifizierung von Hirnarealen (z.B. in der neurochirurgischen präoperativen Planung). Es wird der Effekt ausgenutzt, dass aktive Hirnzellen besser mit (sauerstoffreichem) Blut versorgt werden, als nicht aktive. Dies führt zu einer Steigerung der Durchblutung und schließlich zu einer lokalen Änderung des Sauerstoffgehaltes im Blut (BOLD-Effekt - blood oxygen level dependency). Über viele aufsummierte Aufnahmen während gezielter Aktivierung von Hirnzentren für Bewegung oder Sprache kann diese Aktivität dann nachgewiesen werden.